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BRAUNE AURA
Die esoterische Psychoszene

Colin Goldner

Esoterik und Faschismus überschneiden sich in ihrem elitären Führerkult, ihren mit dem Anspruch der Wahrheit auftretenden Weltverbesserungslehren, ihrer Schicksals-, Karma- und Vorsehungsgläubigkeit; sie überschneiden sich in ihrer vollständig antisozialen, antihumanistischen und antiaufklärerischen Orientierung. Nicht zuletzt überschneiden sie sich auch im blindgläubigen Fanatismus ihrer Anhänger.

Übersinnliches hat Hochkonjunktur. Kein Wunder, um mit Robert Musil zu sprechen, denn: "in Zeiten der Pleite bevorzugt die Seele das Jenseits". In Okkult-Zirkeln sonder Zahl wird das Herandämmern eines  "Neuen Zeitalters" beschworen, eines "New-Age", in dem die Menschheit auf eine höhere Stufe des Bewußtseins katapultiert werden soll. 

Atavistische Namen und Begriffe durchwabern die Szene: von Kabbala, Runen und Pyramidenenergie ist da die Rede, von schamanistischem Geheimwissen und magischen Kräften, von Astrologie, Chiromantie, Tarot und I-Ging. Germanische und keltische Vorstellungen werden aus ihrem Kontext gebrochen und willkürlich vermengt mit Fragmenten buddhistischer, taoistischer oder indianischer Herkunft: ein schier undurchdringliches Wirrwarr anthropologischer, religiöser und kultureller Versatzstücke. Hinzu kommen Kontakte mit Verstorbenen oder mit Schutzgeistern aus höheren Sphären, bevorzugt auch mit intergalaktischen Wesen, die in UFOs die Erde umkreisen oder von irgendwelchen Planeten aus ihre Botschaften senden. 

Das Ganze nun als vergleichsweise harmlose Spinnerei einiger Durchgeknallter abzutun, griffe indes zu kurz; es trüge ebensowenig zu dessen Erklärung bei, wie die in aufgeklärteren Kreisen häufig anzutreffende wohlwollende Toleranz, jeden noch so abwegigen Firlefanz als zumindest auf persönlicher Ebene ernstzunehmenden Versuch spriritueller Sinnfindung gelten zu lassen. 

Nahezu sämtliche Lebensbereiche sind heute von "Übersinnlichem" durchzogen, Esoterik ist en vogue. Gänzlich ungeniert werden abstruseste Hirngespinste in Umlauf gebracht, Stars wie Tina Turner, Harrison Ford oder Richard Gere führen ihre Schlagseite zum Okkulten in aller Öffentlichkeit vor; selbst Franz Beckenbauer deliriert von Karma und Wiedergeburt. Auch (und gerade) die Politik bleibt nicht verschont: Hans-Dietrich Genscher soll in seiner Zeit als Bundesaußenminister regelmäßig das astrologische Horoskop konsultiert haben (wie dies nachgewiesenermaßen auch Ronald Reagan als US-Präsident tat), Jürgen Möllemann engagiert sich für einen Wunderheiler und zu den Bundestagswahlen tritt - mit Steuermitteln gefördert - eine Partei an, die ihren Mitgliedern und Wählern allen Ernstes verspricht, sie könnten kraft transzendentaler Meditation die die "Kunst des Fliegens" erlernen. Auch wenn die Fliegerpartei von Maharishi Mahesh Yogi regelmäßig genausowenig Stimmen einfährt wie die "Partei Bibeltreuer Christen": allein in der Bundesrepublik dürften nach vorsichtiger Schätzung um die zehn Millionen Menschen - Tendenz steigend - den Ideen und Praktiken der (New-Age-)Esoterik aktiv zugeneigt sein: als regelmäßige Leser einschlägiger Zeitschriften und Bücher, als Käufer esoterischen Zubehörs, als Teilnehmer* an Seminaren, Workshops oder therapeutischen Veranstaltungen.

Die Zahl der Esoterik-Gläubigen und damit das Reservoir potentieller Kundschaft liegt indes noch weit höher: Jeder zweite Deutsche glaubt an außerirdische Wesen, jeder dritte an UFOs, jeder siebte an Magie und Hexerei; zwei von drei Bundesbürgern fürchten sich vor Erdstrahlen, über 35% halten die Zukunft für vorhersagbar, rund 20% glauben, es lasse sich Kontakt zum Jenseits herstellen. Rund 40% aller Deutschen glauben, daß manche Menschen durch Beschwören oder Handauflegen bestimmte Krankheiten heilen können und mehr als 50% sind davon überzeugt, daß Methoden wie Ayurveda oder Bach-Blütentherapie eine echte Alternative zur Schulmedizin darstellen. 

Hinzu kommt die schwer zu bestimmende Zahl der Hellseher, Wunderheiler und Lebenslehrer selbst, die haupt- oder nebenberuflich ihre Dienste anbieten; sie dürfte inzwischen bei rund einer halben Million liegen. Der Umsatz der bundesdeutschen Esoterikszene liegt bei schätzungsweise 20 bis 25 Milliarden Mark pro Jahr.

Die Renaissance des Übersinnlichen und Antirationalen ist wesentlicher Bestandteil der "New-Age"-Bewegung, die sich ab Mitte der 1960er von Kalifornien aus über die gesamten USA und von dort aus nach West-Europa verbreitete. 

Die Bewegung des New- oder Light-Age verfügt über keine einheitliche Organisation, weder über gemeinsame Ziele noch über ein gemeinsames Programm. Sie versteht sich als "Sanfte Verschwörung" - so auch der Titel des 1980 erschienenen Kultbuches von Marilyn Ferguson -, die auf dem Wege persönlichen Bewußtseinswandels eine kulturelle Transformation herbeiführen will. In der Überzeugung, ausschließlich das Bewußtsein bestimme das Sein, wendet sie sich von den sozialkritischen und politischen Reformbewegungen der späten 1960er Jahre ab und setzt rein auf individuelle Bewußtseinsveränderung als Voraussetzung für gesellschaftlichen Wandel. 

Als wesentliches Instrument hierzu dient ihr die Psychologie. Dies allerdings nicht in Form der wissenschaftlichen Disziplin, die sich unter diesem Begriff entwickelt hat, sondern, ganz im Gegenteil, in Gestalt eines Rückgriffes auf vorwissenschaftliche oder religiös begründete Heils- und Erkenntnislehren. In erster Linie bezieht sich die Psychologie des Neuen Zeitalters auf esoterische Glaubensvorstellungen, ihre Praktiker verstehen (oder verkaufen) sich konsequenterweise als neuzeitliche Schamanen, Medizinmänner (und -frauen), Magier, Hexen oder Druiden. 

Heutige Esoteriker wähnen sich gerne als Avantgarde eines noch nie dagewesenen Denkens. Unabhängig davon, daß sich utopische Entwürfe für ein Neues Zeitalter in den Mythen vieler Kulturen finden lassen, sind gerade die von New Age kolportierten Ideen keineswegs originär: sie entstammen im wesentlichen der Theosophie, einer esoterischen Bewegung des ausgehenden 19.Jahrhunderts, deren mystische und okkulte Wurzeln bis zu den Neuplatonikern des 2. bis 6.Jahrhunderts u. Z. und der von diesen mitgeprägten Gnosis zurückreichen. Neue-Zeit-bewegtes Gedankengut zieht sich quer durch Mittelalter und Neuzeit und taucht besonders in den Ende des 18.Jahrhunderts aufkommenden gegenaufklärerischen Traktaten der Spiritisten auf, denen es in erster Linie um Kontaktaufnahme mit den Seelen Verstorbener ging. Als Gegenbewegung zu den umwälzenden gesellschaftlichen Veränderungen in Europa erreichte der Spiritismus gegen Ende des 19.Jahrhunderts seine Höchstblüte. Allerorts traten selbsternannte Medien auf, die Botschaften aus dem Jenseits übermittelten: Geisterséancen mit Tischchenrücken und Kristallkugelschau: ein Rückfall in den "ödesten aller Aberglauben", wie Friedrich Engels 1878 mit gebührendem Hohne schrieb.

Theosophischer Wirrsinn

Es ging und geht natürlich, wie auch Engels wußte, nicht nur um das Lachhafte und Absurde esoterischen Denkens, sondern in erster Linie um dessen gesellschaftspolitische Dimension: Ein Großteil der einschlägigen Literatur ist mit ultrareaktionären, völkischen, um nicht zu sagen: faschistischen Inhalten verwoben. Die in mehreren Wälzern und rund 1000 Artikeln veröffentlichten rassistischen Wahnideen einer Helena Blavatsky (1831-1891) etwa gelten in New-Age-Kreisen bis heute als Standard. 1888 veröffentlichte die gebürtige Ukrainerin ihr theosophisches Grundlagenwerk "Die Geheimlehre", das ihr angeblich auf spiritistische Weise aus dem Jenseits übermittelt worden war: ein obskures Gemenge östlicher  und westlicher Esoterik-Traditionen, vermischt mit genealogischem und magisch-okkultem Wirrsinn.

Laut Blavatsky befinde sich an einem bestimmten Ort in Tibet die irdische Kontaktstelle der "Großen Weißen Bruderschaft", einer Loge erleuchteter und ins Nirvana aufgestiegener Meister, der neben Krishna, Buddha und Jesus auch Leonardo da Vinci oder Geheimrath von Goethe angehören. Diese Bruderschaft diene der "Galaktischen Hierachie", die das Leben auf der Erde im Geheimen überwache und die dieser Ende des 19. Jahrhunderts die Aufgabe zugewiesen habe, die Menschheit in ein "Goldenes Zeitalter" zu führen. Nicht die gesamte Menschheit freilich, vielmehr die in der Evolution am weitesten fortgeschrittene Rasse: die "germanisch-nordische" der Arier. Das "Verlöschen" jener Rassen, deren Zeit um sei, "Rothäute, Eskimos, Papuas, Australier, Polynesier usw." sei "karmische Notwendigkeit". Die 1875 von Blavatsky in New York gegründete "Theosophische Gesellschaft" lieferte mit derlei rassistischen Ideologemen eine willkommene Rechtfertigung für den in den Kolonialländern wütenden Imperialismus.

Um die Jahrhundertwende hatte die Theosophische Gesellschaft, die sich mittlerweile Adyar TG nannte, über 100.000 Mitglieder und politisch höchst einflußreiche Logen in über fünfzig Staaten. 1907 übernahm Annie Besant den Vorsitz der Organisation, die unter ihr einen weiteren enormen Aufschwung erlebte. Im Auftrag des britischen Commonwealth übernahm Besant 1914 den Vorsitz des indischen Nationalkongresses, in dem sie sich aufgrund ihrer theosophischen Rassenlehre und der daraus abgeleiteten Forderung nach Beibehaltung der hinduistischen Kastenlehre sehr bald mit Gandhi überwarf.

Auch in Deutschland gab es eine ganze Reihe spiritistischer Gruppierungen, die dem bevorstehenden Ende der bisherigen "heiligen Ordnung" durch Rückzug ins Irrationale zu entgehen suchten. In München formierte sich vor der Jahrhundertwende ein Esoterik-Quartett, bestehend aus Ludwig Klages, Stefan George, Alfred Schuler sowie dem Schriftsteller Karl Wolfskehl, das sich als "Die Kosmiker" bezeichnete.  Evolutionistische und aristokratische Abstammungslehren verspannen die vier mit Germanentum und deutschem Romantizismus zu einem wilden Konglomerat aus mystischer Vergangenheitssehnsucht und reaktionärem Eliteanspruch. Alles, was an "Archaischem" zu finden war, an "dämonischen Kräften der Erde, der Nacht und des Totenreiches", zog ihr Interesse auf sich. Die "Kosmiker" wurden zur Attraktion schlechthin der Münchner Kulturszene, alles, was Rang und Namen hatte, traf sich dort: Die Philosophen Oswald Spengler und Rudolf Pannwitz, die Schriftstellerinnen Ricarda Huch und Franziska zu Reventlow, die Maler Paul Klee, Franz Marc und Alfred Kubin; auch Friedrich Gundolf, bei dem später Joseph Goebbels studierte. 

Während Lenin ab 1901 in Schwabing an seiner Schrift "Was tun?" arbeitete, faselten ein paar Ecken weiter die "Kosmiker" von vorantiken Mysterien und der "Wiedereinkörperung schwelender Seelen". Schuler hatte in einem Schmöker über prähistorisches Mutterrecht ein altindoeuropäisches Zeichen entdeckt: das Hakenkreuz, dem er als "strahlendem Symbol heidnischer Wiedergeburt" herausragende Bedeutung zusprach bei der "Befreiung der Menschheit von der Last jüdischer Kultur". Im Winter 1903/04 zerbrach das Quartett der "Kosmiker". Ihre kruden Phantasien aber waren längst im allgemeinen "Zeitgeist" aufgegangen. Allenthalben, vornedran in den Metropolen Berlin und Wien, entstanden esoterisch-antisemitische Zirkel und Geheimbünde, die das Rad der Geschichte zurückzudrehen suchten. In Wien gab ab 1905 der frühere Zisterziensermönch Adolf Lanz, der als "Baron Jörg Lancz de Liebenfels" einen "Orden des Neuen Tempels" gegründet hatte, ein ario-germanisches Esoterik-Blatt names "Ostara" mit einer zeitweiligen Auflage von über 100.000 Exemplaren heraus. Gelegentlicher Leser dieses Blattes war der Postkartenmaler Adolf Hitler. Lanz' Ordensmänner mußten blond und blauäugig sein und sich zur "Reinzucht" verpflichten. Seine Idee war die Rückzüchtung einer germanischen Heldenrasse, die über alle andersrassigen "Sodomsäfflinge" und "Schrättlinge" siegen werde. Die Rückzüchtung solle durch "Brutmütter" geschehen, die in eigenen Zuchtklöstern von arischen Jünglingen begattet werden sollten. Die "Schrättlinge" seien zu sterilisieren und durch Zwangsarbeit auszurotten. 1908 zog Lanz auf seiner Ordensburg Werfenstein an der Donau eine Fahne mit dem Hakenkreuz auf.

Inspiriert von Lanzens Geschwafel kam Hitler 1913 nach München. Nach seiner Rückkehr vom Kriegsdienst schloß er sich dem Dunstkreis der eben gegründeten "Thule-Gesellschaft" an. Reaktionäre Kreise aus Industrie, Adel und Militär hatten sich schon zu Wilhelms Zeiten zu esoterischen Geheimbünden, etwa dem "Germanen-Orden für Deutsche Art", zusammengefunden, denen es, orientiert mithin an den antisemitischen Tiraden Adolf Lanz' um den Aufbau eines neuen "alldeutschen Zeitalters" ging. Großmeister der "Bayerischen Loge" des Germanen-Ordens wurde ein gewisser Alfred Glauer, der als "Freiherr von Sebottendorf" sein Geld mit Astrologie, Alchimie und Wünschelrutengehen verdiente. 1918 hatte Glauer in München besagte "Thule-Gesellschaft" gegründet, eine nach freimaurerischem Vorbild organisierte Geheimloge, der auch spätere Nazi-Größen wie Streicher, Heß und Rosenberg angehörten. Auf dem Banner der nach der mystischen Urheimat der Germanen benannten Gesellschaft: das Hakenkreuz. 1919 gründete sich aus der Thule heraus die Deutsche Arbeiterpartei (DAP), die kurz darauf in Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei (NSDAP) umbenannt wurde. Propagandaobmann wurde ein gewisser Adolf Hitler. Die Thule-Mitglieder halluzinierten von reinrassigen, ariogermanischen Übermenschen, ihr Ziel  war nicht weniger als die Errichtung der Weltherrschaft. Dem Anbruch des neuen Zeitalters, des "Dritten Reiches" standen vor allem die "Dunkelrassen" im Wege, die Juden, die es zu beseitigen galt. Führer in das "Tausendjährige Reich", von der Vorsehung dazu bestimmt, sollte Hitler sein.

Unbestreitbar wurde der Nationalsozialismus aus solch theosophisch-esoterischen Quellen mitgespeist. Die moderne New-Age-Bewegung, sofern sie die esoterische Dimension des Nationalsozialismus nicht einfach abstreitet, interpretiert diese gerne als Mißbrauch oder auch Perversion ansich hehrer Ideale, wie sie vor allem im Gefolge des Ersten Weltkrieges in Deutschland entstanden waren. Die eo ipso faschistoide Dimension der (theosophischen) Esoterik wird ausgeblendet.
 

Tibet-Connection

Wenig bekannt ist beispielsweise, daß die Nazis 1938/39 eine von Himmler höchstpersönlich protegierte Expedition nach Tibet entsandten, um - man wähnte eine "okkulte Achse Berlin-Lhasa" - dort nach Überresten der nordisch-germanischen Wurzelrasse der Arier zu suchen, die sich nach dem Untergang von Atlantis dorthin zurückgezogen hätten. Die Expedition unter der Leitung der SS-Ahnenerbe-Forscher Ernst Schäfer und Bruno Beger nahm dabei auch Kontakt zu der Führungsclique um den heute noch (im Exil) amtierenden 14. Dalai Lama (Tenzin Gyatso) auf. Dieser weigert sich bis heute, Auskunft zu den seinerzeitigen Unterredungen zu geben.

Seit seiner Exilierung (1959) pflegt der Dalai Lama regen Kontakt zu alten und neuen Nazis: den letzten Überlebenden der SS-Expedition etwa, den 1998 verstorbenen SS-Hauptsturmführer Bruno Beger, der 1971 als NS-Kriegsverbrecher "Rassenspezialist von Auschwitz") verurteilt worden war (aber nur kurze Zeit abzusitzen hatte), traf er noch in den 1980er und 1990er Jahren zu persönlichen Gesprächen, jeweils in herzlichster Atmosphäre. Auf seinen ausgedehnten Reisen rund um den Globus begegnete er in Chile dem Führer der dortigen "Nationalsozialistischen Partei, einem gewissen Miguel Serrano. Dieser, ehedem Botschafter Chiles in Österreich, gilt als Vordenker des sogenannten "Esoterischen Hitlerismus" . In seinen Publikationen spinnt er daher, der "Führer" sei nach wie vor am Leben und plane, von einer unterirdischen Basis in der Antarktis aus mittels einer gigantischen Flotte an UFOs die Weltherrschaft zu erringen. Mehrere Begegnungen "Seiner Heiligkeit" mit Serrano sind dokumentiert. Bekannt sind auch die freundschaftlichen Bande des Dalai Lama zu Heinrich Harrer, der sich bis heute nicht glaubwürdig von seiner Nazi-Vergangenheit - er war bereits 1933 in die SA und wenig später in die SS eingetreten - distanziert hat.

Regelmäßig ist der Dalai Lama auch in Theosophenkreisen zugange, seit je und nach Kräften unterstützt er die Neuherausgabe von Blavatsky-Schriften. Als Schirmherr der sogenannten Berliner "Friedensuniversität", einem im Sommer 1995 veranstalteten Szenespektakel, hatte er keinerlei Scheu, mit Obskuranten selbst des äußersten rechten Randes gemeinsame Sache zu machen. Im Beirat der Pseudouniversität: George Trevelyan, geistiger Vater der theosophisch-okkulten Findhorn-Kommune in Schottland, der in seinem "Unternehmen Erlösung" den nuklaren Holocaust herbeisehnt; unter den Referenten: SS-Todeskultverehrer Rainer Langhans oder Paulos Mar Gregorius, alias Paul Vergehse, Vertrauensmann der rechtsradikalen Mun-Sekte. 

Im Frühsommer 2000 traf der Dalai Lama auf Einladung der Münchner SPD mit Bundesinnenminister Otto Schily zusammen. Obgleich Schily eigens von den engen Kontakten des Dalai Lama in die rechte Esoterikszene hinein informiert worden war, setzte er sich ungeniert mit dem "Gottkönig" auf eine Bühne. Selbst die nachgewiesene Beteiligung des Dalai Lama am Aufstieg des japanischen Sektenführers Shoko Asahara zu einem der potentiell gefährlichsten Massenmörder aller Zeiten - Asahara war verantwortlich für die Giftgasattentate in der Tokioter U-Bahn vom März 1995, bei denen 11 Tote und über 5000 teils lebensgefährlich Verletzte zu beklagen waren - focht Schily nicht an. Die Münchner SPD, vornedran Franz Mageth, überschlug sich fast vor Begeisterung: weltweit übertrug man das Gespräch Schilys mit "Seiner Heiligkeit" im Internet. (Asaharas Sarin-Anschlag war im übrigen nur der Auftakt zu einem bis ins Detail ausgearbeiteten Plan gewesen, mit Hilfe eines gigantischen Arsenals an Waffen und Kampfstoffen, vor allem aus Beständen der ehemaligen Sowjetunion, eine buddho-faschistische Weltherrschaft zu errichten, ein tausendjähriges Reich, mit ihm, Asahara, als Regenten und Meister. Seine Ideen bezog er aus "Mein Kampf" sowie dem Shambala-Mythos des tibetischen Buddhismus; seine Legitimation aus zwei Empfehlungsschreiben, mit denen Seine Heiligkeit der 14. Dalai Lama ihn ausgestattet und hochoffiziell zum "kompetenten religiösen Lehrer" erklärt hatte.) 

Die allgemeine Begeisterung hierzulande für den Dalai Lama zeigt, wie anfällig weite Teile des Bürgertums ganz offenbar (immer noch oder schon wieder) sind für autoritäre Führerfiguren samt ihren Botschaften, vor allem dann, wenn diese drapiert in religiöse oder esoterische Heilsversprechen daherkommen. 

(Erwähnenswert ist insofern ein Protestschreiben, mit dem die Europavertreterin des Dalai Lama, Chungdak Koren, sich an die Leitung der Ludwig-Maximilians-Universität wandte. Sie beschwerte sich darüber, daß "Seine Heiligkeit" auf dem Poster des Irrationalismus-Kongresses zusammen mit Adolf Hitler zu sehen sei: "Wir möchten die (...) Universität darüber informieren, daß dieses Poster die Gefühle des tibetischen Volkes sowie diejenigen der tibetischen Buddhistinnen und Buddhisten weltweit zutiefst verletzt hat. (...) Wir zweifeln nicht daran, daß die chineischen Behörden Ihre Universität sowie den AStA hegen und pflegen werden, da das Poster die derzeitige Anti-Dalai-Lama-Kampagne Pekings kräftig unterstützt." Tatsache ist freilich: Wer gegen den Dalai Lama und das lamaistische Ausbeuterregime in Tibet ist, muß nicht notwendigerweise für die chinesische Militärdiktatur sein.)

Karma

Ein weiterer Wegbereiter des heutigen New-Age ist Rudolf Steiner, der 1902 der Theosophischen Gesellschaft Blavatskys beigetreten war und lange Jahre als deren Generalsekretär in Deutschland fungierte. Im Jahre 1913 trennte er sich von den Theosophen, da er deren hysterischen Starkult um den als Wiederkunft Buddhas (wahlweise auch als Wiederkunft Christi) ausgerufenen indischen Knaben Jiddu Krishnamurti nicht mitzutragen bereit war. Noch im selben Jahr begründete er die Anthroposophische Gesellschaft, die die Theosophie mit einigen christsozialen und humanistischen Untertönen versah; ansonsten unterschied sich die okkultistische und von wirren Rassismen durchzogene Doktrin Steiners von der Lehre der Theosophen nur sehr unwesentlich: an der Ideologie germanisch-nordischer Vorrangstellung etwa hielt Steiner unbeirrbar fest: "Die weiße Rasse ist die zukünftige, die am Geiste schaffende". (Zum Rassismus Steiners, der ja von heutigen Anthroposophen heftigst bestritten wird, auch wenn in seinen Texten immer wieder von "triebbestimmten Negern" und "geistigen Europäern" die Rede ist, sei auf Peter Bierls Beitrag in vorliegendem Band verwiesen.)

Neben Steiner gilt es insbesondere Anne Alice Bailey zu erwähnen, die 1915 zu der kalifornischen Loge der Adyar TG gestoßen war. Als persönliches "Medium" der Großen Weißen Bruderschaft erweiterte sie deren Mitgliederliste um die Namen einiger theosophisch Erleuchteter: Napoleon, Bismarck, Mussolini, Stalin, Franco und Hitler. Die reaktionäre Auslegung der Karmalehre wurde von ihr auf die Spitze getrieben: Soziales Elend sei allemal auf irgendwelche Schuld zurückzuführen, die der Betroffene in einem Vorleben auf sich geladen habe. Der Holocaust des Dritten Reiches wurde von ihr - noch nachträglich (1949) - auf solche Weise gerechtfertigt: Die Juden hätten lediglich ihr schlechtes Karma abzutragen gehabt, sie hätten durch die "Feuer der Reinigung" gehen müssen.

Heutige Vertreter des "Neuen Bewußtseins" führen die obskurante Ideologie der Theosophen ungebrochen fort: unter mehr oder minder ausdrücklicher Bezugnahme auf Blavatskys Schriften sieht man sich berufen, das "Neue Zeitalter" herbeizuführen, dessen Verwirklichung, laut "Geheimlehre" von 1888, der in der Evolution fortgeschrittensten Rasse obliege. Diese Rasse - die Arier - habe sich im Zuge einer 300 Millionen Jahre dauernden Entwicklung vor rund 18.000 Jahren auf dem (nach Blavatskys Angaben im Jahre 9564 vor unserer Zeit versunkenen) Kontinent Atlantis herausgebildet und bislang fünf Unterrassen hervorgebracht: die urindische, die ägyptisch-chaldäische, die urpersische, die griechisch-lateinische sowie die germanisch-nordische Rasse. Nachdem im ausgehenden 19. Jahrhundert der Ruf der "Galaktischen Hierarchie" an die germanisch-nordische Unterrasse zur Erfüllung ihrer kosmischen Aufgabe ergangen und diese in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts bewältigt worden sei, werde, so die Prophezeiung Blavatskys, in dessen zweiter Hälfte eine sechste arische Unterrasse zur endgültigen Herbeiführung des Neuen Zeitalters entstehen. Diese angekündigte Unterrasse wird heute vielfach mit der Bewegung des New-Age gleichgesetzt. Wie bereits bei den vorhergehenden Stufen der Evolution sei das "Verlöschen" überholter Rassen und Völker karmisch bedingt.

Selbstredend propagieren die Ideologen des "Neuen Bewußtseins" nicht die Ausbeutung oder gar Vernichtung der Völker der Dritten und Vierten Welt. Sie sagen es (in der Regel) nicht laut, daß die Slums und Elendsviertel, die Kriegsschauplätze dieser Welt Tummelplätze für niedere, zum "Verlöschen" bestimmte Seelen sind, die sich den Ort ihrer Inkarnation selbst ausgesucht haben. All das Rassistische, Antisemitische, Faschistoide bleibt unterschwellig, verborgen. Nur ab und zu, eher zufällig (oder bei mühsamem Quellenstudium), erfährt man vom wahren Geist, der sich hinter der biederen New-Age-Fassade von Meditationszirkeln und Lichtkreisen verbirgt: Wenn etwa New-Age-Führer wie David Spangler, in den frühen 1960er Jahren Mitbegründer der bereits erwähnten schottischen Okkult-Kommune Findhorn (und dort als reinkarnierter Christus verehrt) oder der Theosoph und Findhornianer Sir George Trevelyan (Träger des "Alternativen Nobelpreises" und "spiritueller Berater" von Prinz Charles) über die Beseitigung alter Menschen schwadronieren, die Platz schaffe für die neue, auserwählte Lichtrasse (besagte sechste arische Unterrasse). Trevelyan, Anhänger der amerikanischen Theosophin Anne Alice Bailey, die die Atombombe als Geschenk der "Großen Weißen Bruderschaft" zum Aufbau einer neuen "spirituellen Weltordnung" ansah, preist in diesem Zusammenhang die "Erlösung" durch einen nuklearen Holocaust: dieser befreie die "auf Licht und Liebe eingestimmten Seelen" und hebe sie empor, während jene, die sich auf einer niedrigeren Evolutionsstufe befänden, in eine Art "Seelenreservoir" zurückflössen. Auch Esoterik-Rechtsaußen Erhard Freitag setzt ganz offenbar auf Plutonium: ausdrücklich bedauert er, daß in Tschernobyl nicht viel mehr passiert ist: "Ich hätte gerne gehabt, wenn es eine Million Tote gegeben hätte". Thorwald Dethlefsens Esoterik-Schule vertritt ähnliche Anschauungen: "Unser Karma abzutragen - da bietet uns die Kernkraft eine Gelegenheit dafür. Und ein Mensch, der geistige Reife hat, den kann die Radioaktivität nicht treffen". Vielmehr würden nur Menschen betroffen, wie ein gewisser Soami Divyanand, Anführer einer Welterrettungssekte namens "Universale Religion", kundtut, "denen es aufgrund ihrer Handlungen in früheren Lebensläufen bestimmt ist, so zu sterben". Alles Karma. 

Ganz in theosophischer Manier unterschiebt Freitag auch dem Völkermorden des Dritten Reiches karmischen Sinn: die sechs Millionen Juden, die in den KZs und Gaskammern der Nazis umkamen, hätten auf diese Weise lediglich Schuld abgetragen, die sich im "morphogenetischen Feld" gegen sie manifestiert habe. Diese ursprünglich von dem amerikanischen "Propheten" Edgar Cayce (1877-1945) verfochtene und von der Theosophin Anne Alice Bailey weitergesponne These, die Juden seien selbst schuld an ihrer Vernichtung, wird in weiten Kreisen der Esoterikszene bis heute geteilt. Auch der amerikanische Szenevordenker Phil Laut hält die Ermordung der Juden für im Grunde selbstproduziertes Schicksal: "Es gibt nichts Falsches außer dem, was du als falsch bezeichnest, (...) das Ereignis [gemeint ist der Holocaust, C.G.] erlöste die Juden von ihrer 5000 Jahre alten Opfergeschichte (...). Hätten die sechs Millionen wirklich entkommen wollen, wäre es auch geglückt". Mitte der 1990er veröffentlichte der "Reinkarnationsexperte" und Seminarleiter Tom Hockemeyer (*1939), szenebekannt unter seinem "spirituellen Namen" Trutz Hardo, einen Roman, der sich unter dem Titel "Jedem das Seine" mit Wiedergeburt und den "Gesetzen des Karma" beschäftigt. Die mit Absicht als Titel gewählte Inschrift am Lagertor des KZ Buchenwald deutet auf den Inhalt des aufwendig und in Großformat hergestellten Machwerkes hin: Der millionenfache Mord an den Juden wird verklärt als "karmischer Ausgleich" für irgendwelche Verfehlungen, deren diese sich in früheren Leben schuldig gemacht hätten. Der Holocaust, so Hockemeyer, sei das "Bestmögliche" gewesen, was den Juden habe zustoßen können, er habe ihr "seelisch-spirituelles Wachstum" vorangetrieben. Im übrigen hätten "viele Menschen sich für ihr erneutes Erdenleben in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts eine Reinkarnation als Jude ausgesucht, um ihren karmischen Ausgleich vor Beginn des Wassermannzeitalters zu bewirken". Es erscheint ihm an der Zeit, "daß auch in breiterem Umfang diese ewigen Wahrheiten publik gemacht werden". Rege Seminar- und Vortragstätigkeit führt ihn deshalb quer durch die Republik, auch bei SAT1 durfte er wiederholt auftreten. Neuerdings firmiert er als Dozent an der Liechtensteiner "Internationalen Akademie der Wissenschaften" auf, einer Privateinrichtung um den Heilpraktiker und Nasenformforscher "Professor" Kurt Tepperwein.

Zur Verbreitung seiner Ideen bedient Hardo-Hockemeyer sich des esoterischen Kleinverlages Silberschnur, von dessen Sorte es dutzende im deutschsprachigen Raum gibt (neben dem UFOlogen Michael Hesemann publiziert vor allem die Nahtodforscherin Elisabeth Kübler-Ross bevorzugt bei Silberschnur; letztere hatte auch keinerlei Bedenken, zusammen mit Hockemeyer einen eigenen Interview-Band herauszubringen mit hanebüchenstem Geschwätz über Jenseitskontakte, Karma und Wiedergeburt).  Beispielhaft erwähnt sei an dieser Stelle der esoterische Kleinverlag Aquamarin, der neben dem einschlägigen Sortiment an Bach-Blüten-, Chakren- und Wunderheil-Literatur auch auf die Neuauflage theosophischer (Rassisten-)Klassiker im Programm führt; so etwa die Schriften des Theosophen Charles Webster Leadbeater (1847-1934), eines anglikanischen Priesters, der als Sekretär der theosophischen Tarnvereinigung "Liberal-Katholische Kirche" diskriminierende esoterische Ideologie über Naturvölker verbreitet hatte: Diese "primitiven Wilden" würden nur über "Gruppenseelen" verfügen, da sie "das Tierreich auf einer viel tieferen Stufe verlassen" hätten, als Menschen eines höheren Typus. Als Rassen, über die die höher entwickelten Seelen "hinweggeschritten" seien, sei das Aussterben der Naturvölker karmisch unvermeidbar. In einem seiner eigenen Werke begründet Verlagsleiter Peter Michel, weswegen Menschen, die sich einer "Rückführung in frühere Leben" unterzögen, vorzüglich über frühere Inkarnationen in Europa und nicht etwa in Afrika oder Asien berichteten: "Dieses Geschehen hängt vor allem damit zusammen, daß die fortgeschrittensten Seelen eine Rasse verlassen, wenn sie den Höhepunkt ihrer Bestimmung erreicht hat und ein allmählicher Niedergang beginnt. Sie inkarnieren sich in einem neuen Kulturkreis, der weiterführende Entwicklungsmöglichkeiten bietet". Zum Thema "Krankheit und Leid" schreibt er: "Wer leidet, verdient sein Leiden (...). Alle Dinge sind in ihrem Wesen gut, und das Leiden ist der Diener des Guten (...). Grundsätzlich dürfte die Beschreibung Steiners zutreffen, wonach ein Mensch, der in einem Leben schlechte Neigungen und Eigenschaften entwickelt hat, im nächsten Leben mit einem ungesunden physischen Körper geboren wird". Michel listet eine ganze Reihe an Krankheiten und deren "karmische Ursache" auf: Mongoloide seien in einem früheren Leben zu selbstsüchtig gewesen; Epileptiker hätten ihre Sexualität zu exzessiv gelebt, Infektionskrankheiten deuteten auf extreme Gier, Multiple Sklerose auf Haß und Eifersucht hin. Krebs, Diphterie, Verkrüppelung: alles bedingt durch die Gesetze des Karma, die, laut Michel, nichts anderes darstellten, als die "Offenbarung der göttlichen Gerechtigkeit". 

Keineswegs indes beschränkt esoterischer Aberwitz sich auf kleine Nischenverlage, die Schriften der Theosophen und ihrer geistigen Nachfolger werden über spezialisierte Großverlage wie Ariston oder Bauer, daneben auch über eigene Esoterik-Reihen renommierter Häuser wie Goldmann, Knaur oder Heyne, in teils sechsstelligen Auflagen auf den Markt gebracht. Positivdenker Erhard Freitag beispielsweise soll von seinen bei Goldmann herausgebrachten Büchern weit über zweieinhalb Millionen Exemplare verkauft haben. Nicht alle Verlage führen ausdrücklich rechte Esoterik-Literatur im Sortiment, bei vielen beschränkt sich das Angebot auf vergleichsweise harmlos-verdummende Schriften. Allerdings will kaum ein Verlag abseits stehen: mehr als 15% des deutschen Buchhandelsumsatzes werden inzwischen mit esoterischen Schriften erzielt, Tendenz steigend (unter den bestverkauften Büchern kommen rund 25% aus dem Bereich der Esoterik).

Bei den Privatsendern hat man - erwartungsgemäß - keinerlei Scheu, selbst anrüchigste Figuren auftreten zu lassen. Und selbst in den öffentlich-rechtlichen Medien wird rechte Esoterik hoffähig: in einer eigenen Reihe "PSI" durfte das zur New-Age-Autorin avancierte frühere Schlagersternchen Penny McLean (= Gertrud Wirschinger) ungerügt (Theosophen-)Schwachsinn verlautbaren wie: "Die Form, wie du dich im jetzigen Leben präsentierst, ergibt sich daraus, wie du dich im letzten Leben verhalten hast". Im Klartext: All die Opfer von Demütigung und Ausbeutung, von Hunger, Vergewaltigung, Folter und Krieg sind letztlich selber an ihrem Schicksal schuld; sie haben lediglich Vergehen aus früheren Leben zu büßen.

Über zahllose Gnostiker-Kreise und Grals-Zentren wird esoterisch verpacktes rechtes Gedankengut verbreitet. Enormen gesellschaftlichen Einfluß übt etwa die 1947 gegründete "Deutsche Unitarier Religionsgemeinschaft" (DUR) aus, eine mithin aus Steuer- und Wohlfahrtsgeldern finanzierte Organisation, die im Strome des New Age weitgehend unerkannt mitschwimmt; oder auch das seit Anfang der 1980er bestehende "Thule-Seminar" um den Tübinger Verleger Wigbert Grabert, der unter anderem Machwerke über die "Kriegsschuldlüge" und den "Auschwitz-Mythos" vertreibt. Für Thule schreiben neben Alain de Benoist, Chefideologe der französischen "Neuen Rechten" auch Sigrid Hunke, Vordenkerin einer indogermanischen Neu-Heidenschaft (und bis 1988 Unitarier-Ehrenpräsidentin) oder der Londoner Hochschullehrer Hans-Jürgen Eysenck (gest.1997), dessen Vererbungsideologie als Grundlage einer esoterisch-rassistisch orientierten Psychologie dient.

Eine unrühmliche Rolle am rechten Rand der Esoterikszene spielt auch der Nürnberger Buchladen "Andromeda", der ein umfängliches Sortiment an UFOlogen- und Weltverschwörungsliteratur feilhält; innerhalb der Szene gilt der Laden als eine Art Pilgerstätte. Neben den gesammelten theosophischen Ergüssen Helena Blavatskys und Anne Alice Baileys finden sich da auch Traktate Guido von Lists, Miguel Serranos, Julius Evolas oder Sigrid Hunkes; darüberhinaus sämtliche (nicht bzw. noch nicht verbotenen) Werke Jan Udo Holeys ("Geheimgesellschaften") oder Johannes P. Neys ("Reizwort Rasse"). Eine Reihe auf dem Index stehender Schriften findet sich in photokopierter (und damit staatsanwaltlichem Zugriff offenbar entzogener) Form in den Regalen, beispielsweise Erich Ludendorffs "Die Judenmacht" von 1939 oder das von Andromeda selbst herausgegebene Pamphlet "Jörg Lanz von Liebenfels und der Neue Templer Orden" (im Original seit 1998 verboten). Bis Ende der 1990er wurden gänzlich ungeniert auch die neonazistischen Hetzschriften Ingrid Weckerts ("Die 'Reichskristallnacht'") oder Gerd Honsiks ("Freispruch für Hitler") verkauft; seit diese Schriften indiziert wurden, sind sie zumindest aus der Auslage verschwunden. Auch einschlägige Videos finden sich im Sortiment; daneben "Neue Deutsche Musik", beispielsweise die umstrittenen CDs "Riefenstahl", "Ostblock" oder "Feindflug". 

Neue Akropolis

Eine Unzahl weiterer Verlage, Zentren, Organisationen und Seminarveranstalter wäre zu nennen, in denen  - mehr oder minder offenkundig - unter esoterischen Vorzeichen völkisch-rassistische, antisemitische und/oder faschistische Ideologie gepflogen wird oder doch die Grenze dazu fließend ist. Als bezeichnendes Beispiel dienen die sogenannten "Freien philosophischen Zentren" der "Neuen Akropolis" (NA), die sich wie ein gigantisches Netzwerk um die ganze Welt ziehen. Gegründet im Jahre 1957 von dem argentinischen Dichter und Philosophen Jorge Angel Livraga Rizzi (1931-1991) verfügt die Neue Akropolis heute über mehr als 150 Dependancen in vierzig Ländern. Im deutschsprachigen Raum bestehen sechs Zentren, die über ein zunächst relativ harmlos anmutendes Kursangebot ihre dahinterstehenden Prinzipien von "Ordnung und Disziplin" zu verbreiten suchen, die laut Livraga "eigentlich natürliche Elemente sind, die nur die Verschmutzung der Nachkriegszeit (gemeint ist die Demokratie, C.G.) aus unserem kulturellen Bewußtsein verschwinden ließ". Diese Verschmutzung  habe "zu einem wuchernden Wachstum der in jedem Menschen psychologisch latenten Instinkte und Gedankenformen (geführt). Diese Gedankenformen vereinigten sich...zu Tumoren...wie Sartre...Kafka oder...Picasso". Die Neue Akropolis steht ideologisch der Theosophie Helena Blavatskys sehr nahe, die als "höchste Autorität des Esoterismus der letzten Jahrhunderte" verehrt wird: Die Geschichte werde sie "eines Tages als Vorkämpferin für jenen Neuen Menschen würdigen, den wir heute erträumen". Zu Blavatskys 100. Todestag veröffentlichte die Neue Akropolis eine "Rehabilitation" ihres spiritistischen Grundlagenwerkes "Die Geheimlehre": dieses Werk sei keineswegs "reine Erfindung der Phantasie", wie Kritiker behaupteten, vielmehr basiere es auf  den sogenannten "Büchern des Kiu-Te", die man in irgendwelchen Gelugpa-Klöstern in Tibet gefunden habe. (Die Gelugpa-[=Gelbmützen]Sekte ist die einflußreichste Gruppierung innerhalb des tibetischen Buddhismus; ihr Oberhaupt ist der Dalai Lama, der absolutistischen Machtanspruch auf Groß-Tibet erhebt). In einem umfangreichen Seminar- und Veranstaltungsangebot führt die Neue Akropolis zum erträumten "Neuen Menschen" hin. Ein 16-teiliger Standardkurs "Abenteuer Philosophie" behandelt ausschließlich theosophisch bedeutsame Themenbereiche wie Buddhismus, Platon, Stoiker, Bhagavad Gita, Tibet, Ägypten, Mythologie und Wassermannzeitalter, daneben gibt es Astrologie- und Tarotkarten-Workshops, Philosophiegespräche über den "Neuen Mann" oder auch "Bachblütentänze". Vehement verwahrt man sich gegen den Vorwurf des Rassismus und faschistoider Sektenstrukturen: Die Neue Akropolis sei, ganz im Gegenteil, ein "Ort der Begegnung, Männer und Frauen aller Glaubensrichtungen, Völker und Gesellschaftsschichten um ein Ideal der universellen Brüderlichkeit zu vereinen". Ende 1996 veranstaltete die Neue Akropolis München gar eine Blavatsky-Vorlesung unter dem Titel: "Eine Philosophie gegen Fundamentalismus und Rassismus".

Weitere Namen könnten genannt werden, bei denen man nicht gleich auf rechte Esoterik schließen würde: Franz Alt zum Beispiel, der einen esoterisch verkappten Antijudaismus propagiert. Ausdrücklich sieht Alt sich in der Tradition seines großen Vorbildes C.G. Jung, der seinerseits als Vorreiter und Gewährsmann der heutigen transpersonalen Psychologie gilt. Die Juden, wie Jung schwadronierte, seien eine "schwärende Wunde", die der "deutsche Arzt" (gemeint war Hitler) herausschneiden müsse. Jung lobte Hitler als "visionären Seher", als "wahrhaft mystischen Medizinmann". (Passenderweise publiziert Alt mithin in dem Rechtsaußen-Blatt "Freiheitliche Jugend", in dem sich auch Heitmann, Lummer oder Gauweiler auslassen.) Mit Jung teilt Franz Alt auch seine Begeisterung für tibetisch-buddhistischen Obskurantismus; er gilt als enger Freund des Dalai Lama. Neuerdings spinnt Alt mit Aurakameras herum, Apparaten, über die die angeblichen Energiehüllen des Menschen - (tatsächlich nicht existente) Aurakörper, von denen auch Steiner delirierte - sichtbar gemacht werden könnten.  Zu erwähnen wäre überdies Karlfried Graf Dürckheim (1896-1988), Begründer des esoterischen Begegnungszentrums "Exist" im Schwarzwald, der es zeit seines (Nachkriegs-)Lebens nicht für nötig befand, sich von seiner Nazi-Vergangenheit - er war in jungen Jahren in die SA eingetreten und später als Kulturattache des Hitler-Regimes in Japan tätig gewesen - zu distanzieren. 

"Geheimgesellschaften"

Nicht unerwähnt bleiben darf der Heilbronner Autor Jan Udo Holey, der Mitte der 1990er unter dem Pseudonym Jan van Helsing zwei Megabestseller veröffentlicht hat. Unter ausdrücklich esoterischen Vorzeichen wird in den Bänden "Geheimgesellschaften I und II" rassistische und vor allem antisemitische Hetzpropaganda betrieben: Holey leugnet den Holocaust, gibt die Schuld  am Zweiten Weltkrieg den Juden und beschreibt in emetischer Breite deren vorgebliche Absicht, die Weltherrschaft an sich zu reißen. Schon die nähere Untersuchung des von Holey gewählten Pseudonyms ist aufschlußreich: van Helsing ist der fanatische Vampirjäger, der in Bram Stokers Roman "Dracula" auszieht, das "Böse" auf ewig zu vernichten. In Holeys Vorstellung ist dieses "Böse" in erster Linie das "Weltjudentum". Das Buch avancierte in Esoterikkreisen zum Verkaufsschlager: allein von Band 1 wurden mehr als 100.000 Exemplare abgesetzt, über Monate hinweg rangierte es auf der Bestsellerliste der führenden Szenezeitschrift "Esotera".

Mitte 1996 erging ein  bundesweiter Beschlagnahmebeschluß gegen die "Geheimgesellschaften" wegen Volksverhetzung (§130StGB) und des Gebrauchs von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen (§86aStGB); gegen Holey wurde Haftbefehl beantragt. Die Esoterikszene geriet in größten Aufruhr: Vor allem "Esotera" suchte eiligst, sich - und zugleich die eigene Leserschaft, die dem Holey-Machwerk sechsstellige Auflage- und Verkaufszahlen beschert hatte - gegen jeden Affinitätsverdacht rassistischer oder antisemitischer Ideologie gegenüber zu verwahren: "Dieses Buch ist ekelhaft. Es ist eine Beleidigung für jeden, der sich um wirkliche Spiritualität bemüht". Holey, den man monatelang auf der werbewirksamen Bestsellerliste geführt hatte, wurde nun plötzlich als "wirrer Kopf" hingestellt, der mittels "abstrusester Theorien in einem Sammelsurium haltloser Gerüchte" lediglich seine persönlichen Ohnmachtsgefühle zu kompensieren suche. Bedenkliches Resultat sei, daß die "seriösen okkulten Traditionen durch solchen Mißbrauch pauschal lächerlich und unglaubwürdig gemacht" würden.

In der Tat sind die Auslassungen Holeys mehr als abstrus: Zum Thema "UFOs" etwa schreibt er, Hitlers Getreue, die bei Kriegende in ein unter der Antarktis liegendes Reich geflohen seien, würden dereinst in einer riesigen Flotte solcher Rundflugzeuge wiederkehren, das wahre Zeitalter des Nationalsozialismus zu errichten. Eine Streitmacht von "ca. 6 Millionen Reichsdeutschen mit ihren Flugscheiben" stehe bereit. Eingewoben in derlei esoterische Hirngespinste - die Vorstellung, die Erde sei hohl und im Inneren bewohnbar, ist in einschlägigen Kreisen weit verbreitet - wird nazistischer Unflat vorgetragen. Allgegenwärtig seien die Feinde: Juden, Juden und nochmals Juden.  Bezugnehmend auf die in den 1930er Jahren von den Nazis schon als Propagandawaffe benutzten "Protokolle der Weisen von Zion" - ein gefälschtes antizionistisches Pamphlet aus der Zeit um die Jahrhundertwende - ist die Rede von der allumfassenden jüdischen Weltverschwörung zur Vernichtung Deutschlands und den Verbindungen der Verschwörer, wie es im Untertitel des Machwerkes heißt, "mit dem Schwarzen Adel, dem Club of Rome, AIDS, UFOs, Kaspar Hauser, der reichsdeutschen Dritten Macht, dem Montauk-Projekt, der Jason-Society und dem Dritten Weltkrieg". Die Verschwörung habe im übrigen vor Urzeiten schon begonnen: Laut Holey sei den Juden von außerirdischen Finsterlingen per "Blutbund" die Macht auf der Erde übertragen worden. Im Versuch, deren dunkle Pläne zu durchkreuzen, hätten erleuchtete Außerirdische einen durch Genmanipulation erzeugten Jesus auf die Erde gebracht. In Bonn im übrigen sei ein Kanzler an der Macht gewesen, der sich betrügerischerweise als Helmut Kohl ausgegeben habe, in Wahrheit indes der Jude Henoch Kohn gewesen sei.

Auch Michael Hesemann, Herausgeber des Esoterikblattes "Magazin 2000", der bis dato keinerlei Berührungsängste zu ausgewiesen rassistischen Vertretern der Szene hatte, erschien es opportun, ausdrücklich auf Distanz zu Holey zu gehen. Mit seinem Vorschlag, man solle gegen die Alt-Nazis, die sich auch seiner Ansicht nach in der Antarktis versteckt halten, Atomwaffen zum Einsatz bringen, suchte Hesemann offenbar sich und die UFOlogen-Szene über jeden Verdacht der Nähe zu braunem Gedankengut zu erheben. In der Leserschaft von "Magazin 2000", ansonsten jedem Aberwitz zugeneigt, stieß diese Idee allerdings keineswegs auf ungeteilte Zustimmung: Hesemann mußte sich, ähnlich wie "Esotera", herbe Angriffe aus den eigenen Reihen gefallen lassen.

Das esoterische Zweimonatsblatt "Die Andere Realität", das die Ergüsse Holeys über zwei Ausgaben hinweg und gleich seitenweise abgedruckt hatte, sah sich zum redaktionellen Hinweis bemüßigt, es gebe wohl "rechtsextreme Gruppierungen, die Teile der Bücher von Herrn van Helsing für Eigenpropaganda (...) benutzen". Die Vermutung, dieser selbst vertrete rassistische Positionen, könne bei genauerer Hinsicht aber gar nicht aufkommen: "Denn jeder, der an Karma und Reinkarnation glaubt, weiß, daß (...) man sich möglicherweise im nächsten Leben in eben dieser Rasse selbst wiederfinden mag". 

Die angestrengten Versuche der führenden Szene-Medien, den enormen Erfolg des Holey-Machwerkes innerhalb der eigenen Leserschaft herunterzuspielen und sich selbst gleichzeitig als Bollwerk gegen rechte Umtriebe darzustellen, mißlangen gründlich. Die Verkaufszahlen der beiden Bände, die laut Holey von einer Dependance des Ewert-Verlages auf Gran Canaria nach wie vor "in alle Welt" geliefert würden, sind ein nur zu deutlicher Hinweis. Kurze Zeit nach dem Verbot der "Geheimgesellschaften" wurde ein weiterer Band mit dem lapidaren Titel "Buch 3" nachgeschoben, in dem es mithin um den "Dritten Weltkrieg" geht; dessen Ausbruch wurde, bezugnehmend auf Nostradamus, die Seherkinder von Fatima, Edgar Cayce und zahllose sonstige Unheilskünder, mit der Sonnenfinsternis vom 11. August 1999 in Verbindung gesetzt: die Rede ist von Atombomben auf Paris, Prag, London, Münster und Ulm sowie einer anschließenden Neuordnung Europas durch einen Diktator.

Das Verbot und die Beschlagnahme der "Geheimgesellschaften" durch die Staatsanwaltschaft gilt weiten Kreisen der Esoterikszene als ultimativer Beleg für die tatsächliche Existenz eben jener Verschwörung, die die beiden Bände anprangerten und deren Marionetten nun mit Allmacht zurückschlügen: "Ist es Zufall", so ein erboster Leser (in einem abgedruckten Leserbrief) an "Esotera", "daß der Bundespräsident und der Kanzler Juden sind?". 

Das Menschenbild der Esoterik, wie die genannten Beispiele zeigen, ist nicht nur unmittelbar kompatibel mit rechtsextremen Ideologien, vielmehr ist das Bündnis zwischen esoterischen Sekten und faschistischen Organisationen vielerorts längst zur Wirklichkeit geworden. Es wäre insofern fatal, die Umtriebe der New Age-Esoterik, wie es vielfach geschieht, als harmlose Spinnerei abzutun.

Die Szene en gros ist gewiß nicht als faschistisch zu bezeichnen, autoritär zugerichtete und esoterische verdummte Menschen stellen allerdings ein höchst gefährliches Potential zur Herausbildung faschistischer Ideologien und Strukturen dar. Es gilt insofern wachsam zu bleiben, der Unkultur esoterischer Verblödung keine Handbreit Raum zuzugestehen, ihr aktiv entgegenzutreten, wo immer sie sich zeigt. Toleranz ist ebenso fehl am Platze wie bagatellisierende Vergleichgültigung, vergegenwärtigt man sich, daß in esoterischem Denken - von Blavatsky, Bailey und Leadbeater hin zu Hockemeyer, Holey und wie sie alle heißen - eine der Keimzellen faschistischen Denkens liegt. 
 
 

Literatur: 

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Freyhold, M.: Autoritarismus und politische Apathie: Analyse einer Skala zur Ermittlung autoritätsgebundener Verhaltensweisen. Frankfurt/Main, 1971
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Poliakov, L.: Der arische Mythos: Zu den Quellen von Rassismus und Antisemitismus. Hamburg,  1993
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Schüller, C./Let, v.d., P.: Rasse Mensch: Jeder Mensch ein Mischling. Aschaffenburg, 1998
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